Zum Inhalt springen

ChatGPT Business-Hub vs. Google Unternehmensprofil

Gorden Wübbe7. November 2026GEOAI SearchAgenturenSEO
ChatGPT Business-Hub vs. Google Unternehmensprofil
Zusammenfassung

„Claim your business in ChatGPT“: Was über OpenAIs Business-Hub bekannt ist und wie er sich von Google Unternehmensprofil und Search Console unterscheidet.

Schnelle Antworten

Was ist „Claim your business in ChatGPT“?

Eine Funktion, an der OpenAI laut Screenshots arbeitet: Unternehmen bestätigen, dass sie Inhaber sind, und sehen dann, wie oft sie in ChatGPT-Antworten vorkommen und wie oft Nutzer von dort auf ihre Website klicken. Außerdem sollen sie Produkte und Firmendaten pflegen und einen „Business Agent“ einrichten können. OpenAI hat die Funktion bisher nicht offiziell angekündigt.

Ist das ein Google Unternehmensprofil für ChatGPT?

Teilweise. Wie beim Google Unternehmensprofil geht es um ein bestätigtes Profil mit eigenen Firmendaten. Die Messwerte (Impressionen und Klicks pro Tag) erinnern eher an die Google Search Console. Anders als die Search Console zeigt das Dashboard nach den bisherigen Berichten aber keine Suchanfragen, also keine Prompts.

Kann ich mein Unternehmen in Deutschland schon in ChatGPT beanspruchen?

Nein, nach heutigem Stand nicht. Es gibt weder ein Startdatum noch Angaben zu Ländern oder Preisen. Laut dem Entdecker ist der Zugang bisher an eine bestätigte Inhaberschaft gebunden, zum Beispiel über einen verbundenen Shopify-Shop.

Was sollten Unternehmen jetzt tun?

Die Grundlagen vorbereiten: Crawler-Zugang für OAI-SearchBot freigeben, Firmendaten auf Website und Profilen vereinheitlichen, eine feste Liste von Kundenfragen definieren und die eigene Sichtbarkeit in ChatGPT schon heute messen. Dann haben Sie beim Start eine Vergleichsbasis.

Stand: 7. November 2026. Dieser Artikel fasst zusammen, was bisher berichtet wurde, und trennt das von dem, was OpenAI und Google selbst dokumentieren. Wir aktualisieren ihn, sobald OpenAI sich äußert.

Am 6. November 2026 ging ein Screenshot durch die SEO-Szene: ein Banner in ChatGPT mit der Überschrift „Claim your business in ChatGPT“. Edward Sturm teilte ihn auf X mit dem Satz, OpenAI veröffentliche „seine eigene Google Search Console“. Das ist eine griffige Zuspitzung, aber noch keine Tatsache. Entdeckt hat die Funktion der E-Commerce-Analyst Juozas Kaziukėnas (Marketplace Pulse), der die Screenshots auf LinkedIn und X veröffentlichte. Search Engine Roundtable und weitere Fachmedien berichteten am selben Tag.

Für alle, die an ihrer Sichtbarkeit in KI-Antworten arbeiten, ist die Meldung trotzdem wichtig. Bisher gibt es keine Zahl direkt von OpenAI dazu, wie oft ein Unternehmen in ChatGPT genannt wird. Alle Werte stammen aus externen Tools, die Fragen stichprobenartig stellen. Ein offizielles Dashboard würde das ändern, zumindest zum Teil.

Was der Screenshot zeigt

Das Banner verspricht drei Dinge, die Search Engine Roundtable im Wortlaut wiedergibt:

  • See how your business shows up: verfolgen, wie oft das Unternehmen in ChatGPT-Unterhaltungen erwähnt wird.
  • Show customers what you offer: aktuelle Produkte hinzufügen und Firmendaten auf dem neuesten Stand halten.
  • Help customers make decisions: einen „Business Agent“ Kundenfragen beantworten lassen, mit Kontext, den das Unternehmen selbst steuert.

Kaziukėnas beschreibt die Auswertung genauer. Gemessen werden demnach zwei Werte: Impressionen, also wie oft ein Unternehmen in ChatGPT-Antworten erschienen ist, und Klicks auf Links zur eigenen Website. Beide Werte werden täglich erfasst und als Diagramm dargestellt. Die Funktion sei Teil eines größeren „Business Hub“, an dem er schon seit August erste Spuren gesehen habe. Zugang hätten bisher nur Unternehmen, die ihre Inhaberschaft bestätigt haben, etwa durch einen verbundenen Shopify-Shop.

Ebenso wichtig ist, was fehlt. Laut Kaziukėnas zeigt das Dashboard keine Prompts, keine Nutzerdaten und keinen Vergleich mit Wettbewerbern. Man sieht also, ob die Sichtbarkeit steigt oder fällt, aber nicht, bei welchen Fragen und warum. Nach Einschätzung von Search Engine Roundtable betrifft das Tool die normalen, organischen Antworten und ist von den Anzeigen in ChatGPT getrennt.

Bekannt, berichtet, offen: der Faktencheck

Weil sich die Meldung schnell verbreitet hat, lohnt eine saubere Trennung.

AussageStatusQuelle
Banner „Claim your business in ChatGPT“ existiertBerichtet, per ScreenshotKaziukėnas, Search Engine Roundtable
Tägliche Impressionen und Klicks als DiagrammBerichtetKaziukėnas
Zugang nur mit bestätigter Inhaberschaft, z. B. über ShopifyBerichtetKaziukėnas
Keine Prompts, keine WettbewerbsdatenBerichtetKaziukėnas
Getrennt von ChatGPT-AnzeigenEinschätzungSearch Engine Roundtable
Offizielle Ankündigung durch OpenAIGibt es nichtkeine
Startdatum, Länder, Preis, DatenaufbewahrungUnbekanntkeine
Wie eine „Impression“ genau gezählt wirdUnbekanntkeine

Wer jetzt Angebote für einen „offiziellen ChatGPT-Eintrag“ bekommt, sollte vorsichtig sein. Einen frei zugänglichen Weg, ein Unternehmen in ChatGPT zu beanspruchen, gibt es heute nicht.

Vergleich: ChatGPT Business-Hub, Google Unternehmensprofil und Search Console

Die naheliegende Frage ist, womit man das neue Werkzeug vergleichen sollte. Die Antwort: mit beiden Google-Produkten, denn es vereint Teile von beiden.

ChatGPT Business-Hub (berichtet)Google UnternehmensprofilGoogle Search Console
ZweckSichtbarkeit in ChatGPT-Antworten verfolgen, Firmendaten und Produkte pflegen, Business AgentFirmeneintrag in Google Suche und Maps verwaltenLeistung der Website in den Google-Suchergebnissen auswerten
BestätigungBestätigte Inhaberschaft, z. B. über Shopify; weitere Wege unbekanntBestätigung des Unternehmens erforderlich, Leistungsdaten nur für bestätigte ProfileBestätigung der Website-Property
MesswerteImpressionen in Antworten, Klicks auf die Website, täglichAufrufe, Suchanfragen, Anrufe, Wegbeschreibungen, Websiteklicks, Nachrichten, Buchungen u. a.Klicks, Impressionen, Klickrate, durchschnittliche Position
Suchanfragen sichtbar?Nein, laut Bericht keine PromptsJa, Suchbegriffe, mit denen das Profil gefunden wurde (monatlich)Ja, die Suchanfragen, die zur Website führen
WettbewerbsvergleichNein, laut BerichtNeinNein
Eigene Inhalte pflegenProdukte, Firmendaten, Kontext für den Business AgentÖffnungszeiten, Leistungen, Fotos, Beiträge, AngeboteNein, nur Auswertung und technische Hinweise
KI-Funktionen enthalten?Ja, das ist der KernNicht getrennt ausgewiesenAI Overviews und AI Mode zählen zum Suchtyp „Web“, aber ohne eigene Aufschlüsselung
Verfügbarkeit in DACHUnbekanntJaJa
KostenUnbekanntKostenlosKostenlos

Was der Business-Hub vom Google Unternehmensprofil übernimmt

Der Grundgedanke ist derselbe: Ein Unternehmen weist nach, dass es Inhaber ist, und darf dafür die Daten pflegen, die das System über es ausgibt. Beim Google Unternehmensprofil sind das Öffnungszeiten, Kategorien, Leistungen und Fotos. Beim ChatGPT-Hub sollen es Produkte, Firmendaten und der Kontext für den Business Agent sein. Neu ist der Agent selbst: Statt eines statischen Eintrags würde ein Unternehmen steuern, womit ChatGPT Fragen über es beantwortet.

Was er von der Search Console übernimmt und was nicht

Impressionen und Klicks als tägliche Kurve sind das Kernstück der Search Console. Der entscheidende Unterschied ist die fehlende Abfrageebene. In der Search Console ist der Bericht über Suchanfragen der Hauptgrund, warum Teams sich überhaupt einloggen: Erst die Anfragen zeigen, welche Inhalte wirken. Ohne Prompts bekommen Unternehmen im ChatGPT-Hub eine Kennzahl für den Monatsbericht, aber wenig, woraus sich konkrete Maßnahmen ableiten lassen.

Warum Impressionen und Klicks getrennt betrachtet werden müssen

ChatGPT nennt Marken oft, ohne dass jemand klickt. Hinweise darauf gibt es schon länger. Im November 2025 berichtete MarTech über eine geleakte OpenAI-Datei zu Verlagslinks in ChatGPT. Die beste Seite darin kam auf 610.775 Link-Impressionen und 4.238 Klicks, also eine Klickrate von rund 0,69 Prozent. Die meisten Seiten lagen deutlich darunter. Das ist eine geleakte, nicht offiziell bestätigte Quelle, und sie betrifft Verlage, nicht Unternehmen allgemein. Die Richtung ist trotzdem eindeutig.

Für die Praxis heißt das: Hohe Impressionen bei wenigen Klicks sind kein Misserfolg. Eine Nennung in einer Kaufberatung wirkt oft erst später, wenn jemand den Namen bei Google sucht oder direkt anruft. Berichten Sie deshalb beide Werte getrennt und legen Sie fest, wie Sie Markensuchen und direkte Anfragen im selben Zeitraum mit auswerten.

Auch die bisherige Messung über Analytics hat Lücken. ChatGPT hängt an Links üblicherweise den Parameter utm_source=chatgpt.com an. Zwischen dem 8. und 16. Oktober 2026 fehlte dieser Parameter bei vielen Links, vor allem in Antworten mit der neuen interaktiven Oberfläche. Besuche aus ChatGPT liefen dadurch teils als „Direkt“ in die Statistik. Nach Messungen von Profound tragen seit dem Morgen des 16. Oktober wieder rund 99 Prozent der Antworten mit Quellenlinks den Parameter. Wer in diesem Zeitraum einen Einbruch sieht, sollte ihn nicht als Sichtbarkeitsverlust deuten.

Was es heute schon gibt: offizielle Wege in ChatGPT

Unabhängig vom Business-Hub dokumentiert OpenAI bereits einige Stellen, an denen Unternehmen Einfluss nehmen können:

  • Crawler-Zugang: Damit eine Website in den Suchantworten von ChatGPT erscheinen kann, muss der Crawler OAI-SearchBot sie abrufen dürfen. Das ist getrennt von GPTBot, der Inhalte für das Training sammelt. OpenAI empfiehlt außerdem, die veröffentlichten IP-Bereiche nicht zu blockieren.
  • Produktfeeds: Händler können über die Agentic-Commerce-Spezifikation Produktdaten an ChatGPT liefern.
  • „Get Quote“ für lokale Dienstleister: Eine Beta, die OpenAI mit ausgewählten Partnern testet. Plattformen liefern dafür einen Feed mit Firmendaten (Name, Adresse, Koordinaten, Telefon, Website) und einen Angebotslink. Bei passenden Unternehmen erscheint dann ein Button „Get Quote“. Das ist ein Weg für Plattformen und Verzeichnisse, nicht für einzelne Betriebe.

Für lokale Ergebnisse nutzt ChatGPT nach eigener Aussage einen ungefähren Standort und arbeitet mit externen Anbietern zusammen, die etwa Firmeneinträge in der Nähe liefern. Welche Anbieter das in Deutschland sind, nennt OpenAI nicht.

Was Unternehmen jetzt vorbereiten sollten

  1. Crawler prüfen: Erlaubt Ihre robots.txt den OAI-SearchBot? Blockiert Ihre Firewall oder Ihr CDN die IP-Bereiche von OpenAI? Die Anleitung Website für ChatGPT optimieren zeigt die Einstellungen.
  2. Firmendaten vereinheitlichen: Name, Adresse, Telefonnummer, Leistungen und Preise sollten auf Website, Google Unternehmensprofil und Branchenverzeichnissen übereinstimmen. Das hilft heute bei allen KI-Systemen und ist die Grundlage für jedes spätere Profil.
  3. Prompt-Set definieren: 20 bis 50 echte Kundenfragen, die Sie regelmäßig in ChatGPT, Perplexity und Gemini testen. Weil der Business-Hub keine Prompts zeigen soll, bleibt diese eigene Messung nötig. Wie das geht, beschreibt der Artikel Share of Model messen.
  4. Baseline jetzt erfassen: Wer die aktuellen Nennungen und den Traffic mit utm_source=chatgpt.com dokumentiert, kann die ersten offiziellen Zahlen später einordnen.
  5. Zuständigkeit klären: Wer im Unternehmen beansprucht das Profil, wer pflegt Produkte und den Kontext für den Business Agent? Beim Google Unternehmensprofil liegt das oft bei einer Agentur oder einem einzelnen Mitarbeiter. Legen Sie das diesmal von Anfang an fest.

Einen schnellen Überblick über Ihren Stand liefert ein GEO-Audit. Was so ein Audit kostet, haben wir im Artikel GEO-Audit Kosten zusammengestellt. Agenturen, die bei der Vorbereitung helfen, finden Sie im Verzeichnis.

Häufige Fragen zum ChatGPT Business-Hub

Wann startet „Claim your business in ChatGPT“?

Das ist offen. Kaziukėnas hält einen Start für nah, weil das Banner jetzt sichtbar war. OpenAI hat weder ein Datum noch Länder genannt. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz gibt es keine Angaben.

Ersetzt der Business-Hub externe GEO-Tools?

Nach dem bisherigen Stand nicht. Das Dashboard soll zeigen, ob die Sichtbarkeit sich verändert, aber nicht bei welchen Fragen und gegenüber welchen Wettbewerbern. Diese Lücke schließen Tools, die feste Prompts regelmäßig abfragen. Eine Übersicht bietet unser Vergleich der GEO-Tools 2026.

Brauche ich einen Shopify-Shop, um mein Unternehmen in ChatGPT zu beanspruchen?

Shopify ist der einzige bisher genannte Weg zur Bestätigung, aber ausdrücklich als Beispiel. Ob es für Dienstleister ohne Shop andere Wege geben wird, ist nicht bekannt.

Ist der Business-Hub dasselbe wie ChatGPT Business?

Nein. ChatGPT Business ist ein kostenpflichtiger Arbeitsbereich für Teams, die ChatGPT intern nutzen. Der Business-Hub soll dagegen zeigen, wie ein Unternehmen in den Antworten für andere Nutzer erscheint.

Kann ich heute schon messen, wie oft ChatGPT mein Unternehmen nennt?

Ja, aber nur indirekt. Stellen Sie eine feste Liste typischer Fragen regelmäßig in ChatGPT und dokumentieren Sie die Nennungen. Ergänzend werten Sie in Ihrer Webanalyse Besuche mit dem Parameter utm_source=chatgpt.com oder dem Referrer chatgpt.com aus.

Quellen

Von Gorden Wübbe · 7. November 2026Zurück zum Blog

Mach den GEO-Check für deine Domain

Sofort-Check deiner KI-Sichtbarkeit — kein Account, kein Login.

Engine Native

GEO-Agentur aus Berlin und Betreiber von geoagenturen.de. Preisrahmen für Audit, Betreuung und Workshops offen — Erstgespräch kostenfrei.

    ChatGPT Business-Hub vs. Google Unternehmensprofil | Engine Native Blog